Asmodier Kapitel 5 – Die große Katastrophe

Wenige Tage danach begann also die fehlgeleitete Friedenskonferenz. Als Zeichen der Anerkennung gegenüber den fünf Drachengebietern wurde das ätherische Feld, das den Turm umgab, gesenkt und die Drachengebieter zu den Verhandlungen ins Innere des riesigen Gebäudes gebeten. Innerhalb weniger Minuten verrann ein gesamtes Leben. Ich sah meine Legionäre an und erblickte in ihren Augen Argwohn und Zorn darüber, dass wir unsere Überzeugungen über Bord geworfen hatten und jetzt mit diesen Bestien, die nach wie vor unseren Tod wünschten, verhandelten. Ich wandte mich meinem zuverlässigsten Zenturion zu und wollte gerade das Wort an ihn richten, als sich urplötzlich alles änderte.

Wir vernahmen Schreie, Aufruhr und Kampfgeräusche. Einer der Balaur lag am Boden und Lord Asphel stand in Kampfpose über ihm, mit leuchtenden Augen. Die Balaur griffen an. Aufgeregte Stimmen flehten Siel und Israphel an, das Ätherfeld wieder zu aktivieren, doch einmal mehr versagten sie. Sie saßen mitten im Getümmel fest und waren nicht dazu in der Lage, den Turm gemeinsam zu verteidigen. Unter dem Ansturm der Balaur mit Klauen und Waffen zersplitterte und zerbrach der Turm. Ich erinnere mich an die Schuld, die Israphel ins Gesicht geschrieben stand, als er Lord Asphel und seine Daeva-Legionen nach Norden beorderte, während Siel Ariel und ihre Truppen nach Süden führte. Uns blieb nur eine Hoffnung. Ihre Aufspaltung in zwei Gruppen – eine an jeder Seite des Turms – war der Versuch der empyrianischen Gebieter, alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um den Einsturz des Turmes zu verhindern. Wir konnten uns halten.

Den Truppen im Süden war dieses Glück nicht beschieden, wie wir jetzt wissen. Unsere Welt wurde unversehens in Dunkelheit gestürzt, als das Licht des Turms zum Erlöschen kam. Vor Entsetzen schreiend stoben die Leute in alle Richtungen davon. Ich kann mich noch daran erinnern, als wäre es gestern gewesen. Ich weiß noch, wie ich nach oben blickte und Teile des Turms abbröckeln und nach unten fallen sah, nur vom flackernden Licht des majestätischen Gebäudes beleuchtet. Ich stand wie angewurzelt da, als sich ein riesiges Bruchstück aus dem Turm löste und auf mich zufiel. Ich erinnere mich noch gut an jenen Tag … an jenem Tag fand ich nämlich das andere Geschenk, das ein Daeva zu sein mit sich bringt: Unsterblichkeit. Als ich wieder zu mir kam und mich in unserer einst großartigen Welt umsah, fand ich Atreia in zwei Hälften zerbrochen vor. Die untere Hälfe erstrahlte in grellem, leuchtendem Licht, während unsere Hälfe in kalte, trostlose Finsternis getaucht war. Die Friedenskonferenz war zu Ende.

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